Astern und Kindheitserinnerungen

Ausnahmsweise hatte der Gemüsehändler auf dem Wochenmarkt ein paar Bund Astern im Angebot und ich griff sofort zu, denn beim Floristen oder Gärtner sind diese herrlich altmodischen Blumen, die mich an meine Kindheit erinnern, selten zu bekommen.

Meine beiden Schwestern und ich sind im Abstand von jeweils nur 15 Monaten geboren. Als meine jüngere Schwester im Sommer 1965 ein paar Monate alt war, bezogen meine Eltern ihr eigenhändig errichtetes Einfamilienhaus und begannen nach und nach das 1.500 qm große Grundstück zu gestalten. Meine Eltern gärtnerten biologisch, Kunstdünger und Spritzmittel kamen niemals zum Einsatz. Als kleines Mädchen tippelte ich meiner Mutter bei der Gartenarbeit hinterher und fragte: “Wie heißen die Blumen? Und die? Und die?” Im Garten meiner Kindheit blühten im Spätsommer und Herbst Stauden in allen Farben.

Erst im Erwachsenenalter habe ich erkannt, welche Vielfalt der Garten bot und dass ich in einem Selbstversorgerhaushalt aufgewachsen bin. Gemüse, Obst und Beeren wurden konserviert, Kartoffeln eingelagert, Kleintiere wie Enten, Hühner und Hasen wurden aufgezogen und geschlachtet. Einmal im Jahr erhielten die Eltern vom Bauernhof meines Onkels ein Schwein, das vor Ort getötet wurde und bei uns daheim zerlegt und zu Fleisch, Wurst und Schinken weiterverarbeitet wurde. Ich habe heute noch den Geruch vom ausgelassenen Fett, Gretelfleisch (im Kessel gekochtes Fleisch, das zu Wurst weiterverarbeitet wird ) und der Gretelsuppe (Brühe in der Fleisch und Würste gegart wurden) in der Nase. Ich frage mich heute, wie meine Eltern das alles geschafft haben, denn Vater und Mutter waren beide als ungelernte Arbeiter in der Fabrik tätig um den Abtrag für das Häuschen leisten zu können.

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Flower-Friday
Floral Passions
Samstagsplausch
Herbstglück – Stauden
Sonntagsglück – Draußen Herbst, drinnen gemütlich
Herbstklopfen

Chrysantheme, Hopfen, rote Beeren und Wochenrückblick

Es gibt Tage, die möchte man am liebsten in die Tonne treten. Die letzten Augusttage gehörten bei mir definitiv dazu. Es fing damit an, dass mir binnen zwei Tagen bei zwei Paar Sandalen jeweils ein Riemchen abgerissen ist und der Schuhmacher der Meinung war, beide Schuhe könne man nicht mehr reparieren. Sehr ärgerlich, beide Sandalenpaare hatte ich erst vor einem Jahr gekauft und passende Schuhe sind bei mir aufgrund meines ausgeprägten Hallux valgus erstens schwer zu finden und zweites teuer.

Am Mittwoch lies sich dann mein PC nicht mehr starten, glücklicherweise konnten mein jüngster Sohn und ich die Daten auf eine externe Festplatte retten. Ob das Laptop repariert werden kann, wird sich noch zeigen.

Samstagvormittag hob ich am Geldautomaten 200,00 € ab, nachmittags wollte ich einkaufen und oh Schreck in meinem Geldbeutel war nichts drin. Offensichtlich hatte ich am Geldautomaten vergessen die Scheine zu entnehmen. Ein Bankberater war um diese Uhrzeit natürlich nicht mehr zu erreichen. Also tief durchatmen, gute Gedanken ans Universium schicken und hoffen, dass das Geld vom Automaten wieder eingezogen und nicht vom nachfolgenden Kunden eingesteckt worden war.

Nach dieser nervenaufreibenden Woche erwarteten mich ab Sonntag und Montag kostbare Mutter-Sohn-Tage. Mein zweitgeborener Sohn hatte mich zum wunderbaren Open-Air-Festival GOLDEN LEAVES in seine Studienstadt Darmstadt eingeladen. Bereits zum zweiten Mal war mein Sohn beim Aufbau des Festivals beteiligt. Fotos zeige ich aus Datenschutzgründen keine, ich versichere nur, dass es für mich ein Highlight des Sommers war. Chillige Indie Pop Musik bei schönstem Wetter im Schloßpark Kranichstein. Nochmals Danke, lieber Sohn für die Zeit mit Dir!

Montagfrüh konnte ich mit einem Mitarbeiter meiner Bank telefonieren und seit Mittwoch sind die 200,00 € meinem Konto wieder gutgeschrieben. Puhh, Glück gehabt.

Meine Freitagsblumen:

Eine grünweiße Chrysantheme, wilder Hopfen und Schneeballzweige. Die glänzend roten Beeren sind schwachgiftig und werden sogar von manchen Vögeln verschmäht, meinen Eisenvogel lassen sich ganz bestimmt kalt .

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Flower-Friday
Spätsommerglück
Samstagsplausch

Malven und Makramee

Ich bin zu einem Selber-Blumen-Schneidenfeld gefahren, leider wuchsen dort nur Gladiolen mit Mini-Knopsen und sonst rein gar nichts, doch direkt neben dem Blumenfeld war ein Maisacker mit breitem Blühstreifen, dort pflückte ich einen Strauß mit wilden Malven, Buchweizen und Gräsern. In die Selbstpflückekasse habe ich ein paar Münzen gelegt, weil ich angenommen habe, dass die Felder dem selben Landwirt gehören. Nur fürs Foto steht mein wilder Blumenstrauß auf einem Hocker in meinem Schlafzimmer, direkt vor der Tür zum Flur.

Nahaufnahme, wilde Malve
Nahaufnahme Buchweizen

Mein Schlafzimmer hat zum Flur hin eine Tür mit blickdichtem Milchglas. Wenn mein Sohn im Flur Licht macht, fällt der Lichtschein in mein Schlafzimmer. Das hat mich gestört, darum habe ich bald nach dem Einzug die Glasscheibe beidseitig mit grauer Vliestapete beklebt, das sieht richtig gut aus. Wenn wir hier irgendwann wieder ausziehen, lässt sich die Vliestapete vom Glas rückstandsfrei abziehen.

Meine Lieblingssofakissen liegen nur fürs Foto auf dem Bett.

Bereits im Sommer vor drei Jahren habe ich aus dickem weißen Garn einen Wandbehang geknüpft, er sieht luftig und leicht aus, ganz anders aus als das muffige Jute und Sisal Makramee der 70iger Jahre.

Beim Fotografieren habe ich Ingwerwasser getrunken, das mache ich so:
1 ca. 30 g schweres Stück Ingwer schälen, in Stücke schneiden, in ca. 1 Liter Wasser geben und ca. 15 Min sanft köcheln lassen, Ingwerstücke abseihen und den Saft einer Zitrone zugeben, nach Wunsch mit Honig süßen. Die fertige Mischung fülle ich in eine Thermoskanne.

Nachtrag:
Näheres zum Tassenuntersetzer und die Buchhülle hier, hier und hier bei mir.

Die Sofakissen liegen wieder auf dem Sofa und die Blumen stehen auf dem Eßtisch.

verlinkt zum Flower-Friday
und zu Selbstgemachtes bei Niwibo
und zu Samstagsplausch bei Karminrot

Mohnblüte

GESTERN

HEUTE

MORGEN

Foto: K. K.

Ich stehe mit der Kamera in der Hand inmitten eines Mohnfeldes und versuche den Mohn in seinen verschiedenen Stadien zu fotografieren. Knopse, Blüte, Samenkapsel, jede Entwicklungsstufe hat ihre eigene Schönheit. Mohn ist eine Lieblingspflanze von mir, weil sie die Vergänglichkeit so eindrücklich zeigt.

Von Mitte Juni bis Mitte Juli laden die Hessischen Gemeinden Germerode und Grandenborn zum Bad im pinken Blütenmeer ein. Für mich ein unvergessliches Naturschauspiel, das ich am ersten Juliwochenende genossen habe.

verlinkt
zum Naturdonnerstag bei Jahreszeitenbriefe
und zum Sommerglück bei einFachwerkhausimGrünen

Nadelbrief – Dickicht

Morgengrauen –
schwarze Schweine grunzen
verborgen im Dickicht.

Dickicht lautet das Wochenthema bei den Nadelbriefen.

Ich habe ein Foto vom Naturschutzgebiet “ehemaliger Army-Flugplatz” mit dem Bildbearbeitungsprogramm von Word verfremdet und mit Foto-Potch auf Leinenstoff transferiert.

Mein erstes selbst erdachtes Haiku tippte ich mit Schreibmaschine auf Vlieseline und nähte es anschließend auf.

Inspiriert wurde ich von den freilaufenden wilden schwarzen Schweinen, die wir im vergangenen Jahr auf Korsika gesehen haben.

Das Foto-Potch verleiht dem Stoff eine glatte Oberfläche, fast so so wie Wachstuch, zum Nähen legte ich Zeitungspapier unter, dennoch hatte meine Nähmaschine beim Absteppen der dicken Kanten Probleme und das Stichbild ist teilweise unsauber.

Verloren im Paragraphendschungel.

Für die Innenseite druckte ich das Logo eines Familienanwalts auf Papier aus, tippte mit Schreibmaschine Paragraphenzeichen aufs Papier, scannte das Ganze wieder ein, druckte es gespiegelt aus und transferierte das Motiv mit Foto-Potch auf Leinenstoff.

Ganz bewusst habe ich grünen Filz für die Nadeln ausgewählt, denn Grün ist die Farbe der Hoffnung ist und ich darauf vertraue, dass sich mein persönliches Dickicht bald lichtet und am Ende alles gut wird.

Verlinkung:
Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe.
Mir geht es nicht darum ob meine Nadelbriefe praktisch sind. Ich habe Freude am experimentieren und da bieten sich die kleinen Dinger an.

Bisher gestaltete ich Nadelbriefe zu den Themen: StilleNorwegen,Who is perfect?,
TransparenzWirbelwindUpcyclingBaumrindeAfrikaMexikoStein,  Ich steh Kopf, Punkte und für E(li)se.

Nadelbrief für Elise

Es ist bis heute ein Geheimnis, wem Ludwig van Beethoven sein wunderschönes Klavierstück “Für Elise” gewidmet hat. Ich habe mir vorgestellt, er hätte sich als Jüngling, so sagte man das wohl im 18. Jahrhundert, unsterblich in ein Mädchen namens Elise verliebt, aus Gründen konnte er sich ihr nicht offenbaren. Vergessen konnte er Elise nie, im Alter von 40 Jahren, als sein Gehör schon merklich nachgelassen hatte, komponierte er besagtes Klavierstück.

verschlossener Nadelbrief

In meiner Phantasie hat der junge Ludwig ein Taschentuch seiner Angebeteten all die Jahre aufbewahrt. Deswegen nahm ich als Außenhülle für meinen Nadelbrief ein Taschentuch vom Flohmarkt.

Das Taschentuch ist handumhäkelt und so bot es sich an, die Spitze als Knopfloch für den Verschluss zu verwenden, ich habe drei Ecken damit festgeknöpft.

Den Schriftzug auf der Vorderseite habe ich erst mit wasserlöslichem Stift aufgemalt und dann mit Wolle gefilzt.

Es war das allererste Mal, dass ich gefilzt habe, auf dem Foto nicht zu sehen: Unter dem mit Vlieseline verstärkten Taschentuch liegt ein fester Schwamm.

Ich habe mir die Noten von “Für Elise” und zwei Beethoven-Fotos mit meinem neuen Laserdrucker gespiegelt ausgedruckt und alles per Lavendeldruck auf einen Stoffstreifen übertragen. Lavendeldruck ist eine einfache Transfermethode, die ich vor ein paar Jahren hier und hier bereits getestet habe.

Lavendeldruck funktioniert nur mit Ausdrucken vom Laserdrucker. Man legt den Druck mit dem Gesicht auf den Stoff, pinselt das Papier mit Lavendelöl ein und reibt mit einem Eßlöffel solange kreisförmig übers Papier bis die Farbe auf den Stoff übertragen ist. Das geht verhältnismäßig schnell. Man sollte das unbedingt im Freien oder bei geöffnetem Fenster machen, denn das ätherische Öl riecht sehr stark und man wird leicht benebelt davon.

Nach dem Übertragen lässt man den Stoff ein paar Stunden ablüften, dabei verfliegt der Lavendelduft fast vollständig. Es bleiben auf dem Stoff auch keinerlei Ölflecken zurück. Zum Fixieren wird der Druck von beiden Seiten zwischen 2 Lagen Backpapier heiß gebügelt.

Den Stoffstreifen habe ich mit einem Zierstich auf ein Vlies, in dem ein Blumenstrauß eingewickelt gewesen ist aufgenäht und alles zu einem Leporello gefaltet.

“Muss es sein? Es muss sein! Es muss sein!”, heißt ein Streichquartett, das Ludwig van Beethoven komponiert hat, als er bereits fast taub war, zu der Zeit schrieb er einem Freund in einem Brief ” …nur meine Ohren, die sausen und brausen Tag und Nacht fort…!
Beide Zitate und die Fotos von Ludwig mit einem Schriftstück hinter dem Rücken fand ich sehr passend für mein Werk.

Für die Nadeln habe ich auf der Rückseite des Leporellos Filzstückchen aufgesteppt. Praktisch ist mein Nadelbrief sicherlich nicht, doch darum geht es mir nicht. Mir geht es ums Experimentieren, alle verwendeten Materialien stammen aus meinem Fundus.

Verlinkung:
Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe.

Bisher gestaltete ich Nadelbriefe zu den Themen:
 StilleNorwegen, Who is perfect?,
TransparenzWirbelwindUpcyclingBaumrindeAfrikaMexikoStein,  Ich steh Kopf und Punkte.


Nadelbrief – Punkte

Vorderseite


Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe, diese Woche sind Punkte gewünscht.

Den schwarzen Punkt habe ich nicht aufgenäht, sondern in den weißen Stoff ein Loch geschnitten und den schwarzen Stoff darunter genäht. Es entstand dadurch eine Tiefenwirkung zu der ich die Worte “Das schwarze Geheimnis” sehr passend finde.

Leider habe ich nicht alle Arbeitsschritte fotografiert und mir fällt es schwer meine Vorgehensweise zu beschreiben, ich hoffe es ist dennoch einigermaßen verständlich:

  • Aus schwarzem Stoff und aus Vliesofix einen Kreis ausschneiden.
  • Mit Bleistift auf dem Vliesofix die Nahtlinie (= Größe des späteren Lochs) anzeichnen.
  • Den Vliesofixkreis auf der rechten Seite des Oberstoffs mit kleinen Stichen festnähen.
  • Bild 1: Die Kreismitte ausschneiden und die innere Nahtzugabe bis zur Naht einschneiden.
  • Das Vliesofix durch das Loch auf die linke Seite des Oberstoffs ziehen, damit wird der Oberstoff mit dem Vliesofix vestürzt und alle Nahtzugaben landen auf der linken Seite
  • Bild 2: die Nahtzugaben feststecken und anschließend bügeln.
  • Bild 3: das Vliesofix hat die Nahtzugabe vom Stoff festgeklebt
  • Den schwarzen Stoff von links feststecken und von rechts mit weißem Nähgarn festnähen
  • Bild 4 zeigt den festgenähten Kreis von der linken Seite

Und weil ich zum ersten Mal einen Kreis eingesetzt habe ist er nicht ganz rund geworden, darum habe ich ihn ein paar Mal mit schwarzem Nähgarn kringelig umrahmt und macht “das schwarze Geheimnis” für mich perfekt.

vordere Innenseite

Für die Innenseiten des Nadelsbriefs transferierte ich zunächst mit Foto-Potch Ausschnitte aus einem Oberstufen-Mathematikbuch, in der es um Kreisberechnung geht. Ich habe mir dabei vorgestellt, dass der Schüler keine Lust hat, die Gleichungen zu lösen, sondern von den unendlichen Weiten fremder Galaxien träumt und dabei Planeten auf die Arbeitsblätter malt und mit Füller umkritzelt.

hintere Innenseite

Die “Planeten” sind mit Vliesofix aufgebügelt und anschließend mit unterschiedlichen Stichen “kritzelig” festgenäht. Den bunten Stoff habe ich vor Jahren mit Rasierschaum, Stoffmalfarbe und Glasmurmeln gestaltet, anscheinend waren bei diesem Stoffstück die Farben nicht gründlich fixiert und haben auf meinem heutigen Werk Spuren hinterlassen.

Hinterseite

Das “Handydisplay” auf der Rückseite ist transferiert, die kleinen Punkte sind mit einem Bleistiftradiergummi gestempelt. Verschlossen wird mein Nadelbriefchen mit einem Hutgummi.

Bisher gestaltete ich Nadelbriefe zu den Themen: StilleNorwegen, Who is perfect?,
TransparenzWirbelwindUpcyclingBaumrindeAfrikaMexikoStein, Ich steh Kopf und Schnee.

Verlinkung:
Das große Nadelbriefjahr bei Frau Nahtlust
Thema: Punkte

Nadelbrief – Schnee

Vorderseite

Schnee war das erste Thema beim großen Nadelbrief-Jahr, ich arbeite nach, ob ich alle 52 Themen schaffe, ist ungewiss, da müsste ich schneller arbeiten und Druck ist das Letzte was ich derzeit brauchen kann.
In meinem Fundus befand sich ein ca. 20 Jahre alter naturweißer Stoff mit aufgedrucktem, goldenem Sternstaub und ein silbernes Garn, Gold und Silber, das geht nicht gut zusammen. Also habe ich ein Stückchen Sternenstaubstoff auf eine Glasplatte gelegt und mit verdünnter blauer Textilfarbe angemalt.

Auf meiner Arbeitsunterlage lag noch das Trägerpapier von Vliesofix von meinem letzten Nadelbrief, das habe ich mit einem Motivstanzer ausgestanzt und die Schneeflocken auf den frisch bemalten Sternenstaubstoff gelegt. Die abgedeckten Flächen trocknen langsamer, die Farbpigmente wandern nach außen und lassen Abdrücke auf dem Stoff zurück Sunprint, heißt dieses Verfahren, der Name ist irreführend, denn es braucht keine Sonne dazu. Im Herbst 2016 habe ich so Taschen mit Blättern bedruckt.

Nahaufnahme

Für die Vorderseite habe ich die Abdrücke der Schneeflocken mit silbrigen Garn bestickt, für die Hinterseite lies ich die Abdrücke pur, beides hat seinen Reiz.

Hinterseite

Mit der Schreibmaschine tippte ich ein paar Worte auf Vlieseline, bügelte diese auf und nähte sich mit Handstichen fest.

vordere Innenseite

Für die Innenseite stickte ich mit hellgrauem Perlgarn eine stilisierte Schneeflocke auf den Sternenstaubstoff. Schade, auf den Fotos ist das Glitzern weder auf dem blauen noch auf dem naturfarbenen Stoff zu sehen.

hintere Innenseite

Für die hintere Innenseite verwandelte ich mit dem Bildbearbeitungsprogramm von Word ein Foto vom Ötzidorf in eine Bleistiftskizze, (klickt euch mal hin, da könnt Ihr mich im Schnee tanzen sehen), druckte es mit meinem brandneuen Laserdrucker aus und transferierte es mit Foto Potch (vor ein paar Jahren habe ich damit einen Käfer auf Holz transferiert) auf den Sternenstaubstoff.

Ötzidorf im Ötztal, Österreich

Verlinkung:
Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe.

Bisher gestaltete ich Nadelbriefe zu den Themen: StilleNorwegen, Who is perfect?,
TransparenzWirbelwindUpcyclingBaumrindeAfrika, Mexiko, Stein und Ich steh Kopf

Mir geht es bei den Nadelbriefen ums Experimentieren, Dinge aus meinem Fundus zu verwerten und nicht darum, ob die Nadelbriefe auch als solche praktisch sind. Bei mir liegen sie dekorativ auf einem Fensterbrett und ich staune selber über meine Ideen, weggeben könnte ich meine Nadelbriefchen nicht, es steckt viel zu viel Herzblut drin.

 

Nadelbrief – Ich steh Kopf

Fisch

!mu se herd ,ad reh esuM

Ziege

Wörter, Wortreihen oder Sätze, die sowohl vorwärts als auch rückwärts gelesen genau denselben Text ergeben. nennt man Palindrom. Groß-/Kleinschreibung, Wortgrenzen und Satzzeichen sind beim Rückwärtslesen gegebenenfalls zu ändern, beherzigt man das wird aus:

Muse her da, dreh es um!
museherdadrehesum
!mu se herd ,ad reh esuM

Außenseite des Nadelbriefs

Für das Nadelbrief-Wochenthema “Ich steh Kopf”, habe ich mir Drehbilder, also Bilder, die auf den Kopf gestellt etwas anderes zeigen und dazu passende Palindrome gesucht.
Und so wird der Fisch auf den Kopf gestellt zur Ziege und umgekehrt die Ziege zum Fisch.

lächelnde Frau

!mu mmargotkiP ppik ,tograM mum

grimmiger Typ

!mu mmargotkiP ppik ,tograM mum 
mummargotkipppiktogrammum
Mum Margot, kipp Piktogramm um!

Inssenseite des Nadelbriefs

Als ich das Palindrom mit meinem Namen gelesen habe, lächelte ich wie die Frau links, beim Werkeln schaute ich teilweise so grimmig wie der Typ rechts und jetzt, wo mein Nadelbriefchen fertig ist, lächle ich wieder wie die Frau links.

So habe ich die Motive auf den Stoff transferiert:

  • Ein Stück Vliesofix mit der rauen Seite (Kleberseite) nach oben mit Klebeband auf einem Blatt Druckerpapier fixiert.
  • Die Motive per PC gespiegelt und mit dem Nadeldrucker aufs Vliesofix gedruckt.
  • Das Vliesofix anschließend mit der bedruckten Seite nach unten auf den Stoff aufgebügelt.
  • Nach dem Abkühlen das Trägerpapier vom Vliesofix vorsichtig abgezogen.
  • Den Stoff zwischen 2 Lagen Backpapier gelegt und zum Fixieren der Farbe von der Rückseite gebügelt.

Zu beachten gibt es dabei folgendes:

  • Der Transfer mittels Vliesofix funktioniert nicht mit dem Laserdrucker, da dieser warm wird und das Vliesofix vermutlich im Drucker verklebt.
  • Der Stoff muss vorgewaschen und gebügelt sein, sonst überträgt sich die Farbe nicht.
  • Die Farben können sich beim Transfer leicht verändern. Bei mir ist z. B. schwarz bräunlich geworden, was mir allerdings sehr gut gefällt. Die Farben der FischZiege (Augen, Flossen bzw. Ohren) sind leider nur ganz blass übertragen worden.

Die Palindrome habe ich mit Schreibmaschine auf Vlieseline getippt , aufgebügelt und festgenäht. 2016 hatte ich einen Kalender der KalligrafieGruppe Papiergeflüster, bei dem alle Kalenderblätter aufs allerfeinste mit Palindromen gestaltet waren.

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Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe.

Bisher gestaltete ich Nadelbriefe zu den Themen: StilleNorwegen, Who is perfect?,
TransparenzWirbelwindUpcyclingBaumrindeAfrika, Mexiko und Stein.

Mir geht es bei den Nadelbriefen ums Experimentieren, Dinge aus meinem Fundus zu verwerten und nicht darum, ob die Nadelbriefe auch als solche praktisch sind. Bei mir liegen sie dekorativ auf einem Fensterbrett und ich staune selber über meine Ideen, weggeben könnte ich meine Nadelbriefchen nicht, es steckt viel zu viel Herzblut drin.

Nadelbrief – Stein

Vorderseite

Für das Nadelbriefthema “Stein” habe ich versucht eine Trockensteinmauer mit Pflanzenbewuchs zu gestalten.

Aussenhülle vor dem Waschen

Für die Außenhülle habe die Chenille-Technik angewandt, gut erklärt wurde diese Technik einst bei den Stoffspielereien, ich habe vor drei Jahren witzige Tassenteppiche damit genäht.

Aussenhülle

Vernäht habe ich für die oberste Stoffschicht braungraues Leinen (war einmal eine Hose von mir), darunter liegen 5 Lagen grün-weiss-gelb-gemusterte Stoffreste.

Beim Gestalten hatte ich diese Mauer vor Augen, fotografiert habe ich sie vor einem Jahr im Tessin.

Nahaufnahme

Das Ergebnis ist für mich sehr stimmig.

vordere Innenseite

Die im Wasser liegenden Kieselsteine gestaltete ich mit Sandpapier, Buntstiften, Bienenwachs und Babyöl, wie ich das mache, erklärte ich bei meinem Afrika-Nadelbrief und den Stoffspielereien im Juni. Den Anfang des Gedichts von Josef Guggenmos tippte ich mit der Schreibmaschine auf Stickvlies, die Schrift verwischt nicht wie sie es auf Stoff tut.

Mitte
hintere Innenseite

Für die hintere Innenseite verwendete ich einen alten Gelliprint von mir. Die Strukturen sind damals durch ein Kartoffelnetz, ein Stück dicke Schnur und Papiersteine entstanden.

Verschlossen wird der Nadelbrief mit einem Haargummi und einem Kieselstein, den ich auf einen angenähten Knopf geklebt habe.

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Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe.

Bisher gestaltete ich Nadelbriefe zu den Themen: StilleNorwegen, Who is perfect?,
TransparenzWirbelwind, Upcycling, Baumrinde, Afrika und Mexiko.
Mir geht es bei den Nadelbriefen ums Experimentieren, Dinge aus meinem Fundus zu verwerten und nicht darum, ob die Nadelbriefe auch als solche praktisch sind. Ich verwende sie auch nicht als solche, sondern als reines Mittel zum Zweck. Derzeit liegen sie dekorativ auf einem Fensterbrett und ich staune selber über meine Ideen, weggeben könnte ich meine Nadelbriefchen nicht, es steckt viel zu viel Herzblut drin.