Archiv der Kategorie: Nadelbrief

Nadelbrief – Wirbelwind

Vorder- und Rückseite

Im März 2012 belegte ich einen Workshop mit dem Thema: “Nonverbale Auseinandersetzung persönlicher Themen”. Wir waren ein Dutzend Frauen und verbrachten 3 schöne Kursabende miteinander an denen wir mit farbenfrohe Bilder gestalteten. “Energiewirbelbilder” nannte die Kursleiterin damals meine Bilder.

Gestern schnitt ich ein Stück Leinenstoff auf DIN A zurecht und klebte es mit Klebeband auf einem Blatt Druckerpapier rundherum fest. Anschließend scannte ich eines meiner “Energiewirbelbilder” auf 2 Etappen ein (mein Scanner kann nur DIN A 4), fügte die Scanns wieder zu einem Bild zusammen, verkleinerte das ganze auf ca.16 x 10 cm, stellte die Druckereigenschaften meines Nadeldruckers auf “dickes Papier, Einzelblatteinzug, Druckgeschwindigkeit fein”, schob den vorbereiteten Stoff in den Nadeldrucker, hielt die Luft an… und siehe da, es hat geklappt. Durch den Leinenstoff sind die Farben gedeckter geworden, was mir sehr gut gefällt.

Vorderseite Nadelbrief

Nun war der Außenstoff für den Nadelbrief mit dem Thema “Wirbelwind” fertig. Den Stoff lies ich ein paar Stunden liegen, weil ich fürchtete, die Farbe könnte beim sofortigen Weiterverarbeiten abreiben. Viel später bemerkte ich, dass ich, bei der digitalen Bearbeitung das “Energiewirbelbild” versehentlich vertikal gespiegelt habe.

Innenseite

Ansonsten ist mein Nadelbrief ganz puristisch:
Leinen, roter Filz, verschlossen wird er mit einer gehäkelten roten Baumwollkordel.

hintere Innenseite

Auf die hintere Innenseite habe ich mit der Schreibmaschine 10 andere Bezeichnungen für Wirbelwind getippt.

Hinterseite

Verlinkung:
Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe.
Das aktuelle Thema lautet: Wirbelwind.

Und ich finde mein Nadelbrief sieht aufgeklappt ganz schön wirbelwindig aus.

Bisher gestaltete ich Nadelbriefe zu den Themen Stille , Norwegen Who is perfect?
und Transparenz.
Mir geht es bei den Nadelbriefen um den Prozess, Neues auszuprobieren, Dinge aus meinem Fundus zu verwerten und nicht darum, ob die Nadelbriefe auch als solche praktisch sind.

Nadelbrief – Transparenz

Aus Stoffmusterproben nähte ich einen ca. 10 x 20 cm kleinen Mini-Pojagi-Quilt.
Pojagi ist eine alte koreanische Technik, die Stoffe werden mit Kappnähten zusammengefügt, die Nähte sind gut sichtbar und gehören dazu, beide Stoffseiten sind gleichermaßen schön, im Gegenlicht sieht man bei lichtdurchlässigen Stoffen wunderschöne Überlagerungen.

Verarbeitet habe ich Stoffmusterproben aus ReinLeinenVoile, HalbleinenVoile BaumwollVoile. Auf der Schachtel ist noch eine 4-stellige Postleitzahl aufgedruckt, also muss ich die Stoffmusterproben irgendwann vor Juli 1993 geordert haben. Am Schluss reichten die 7 Läppchen nicht ganz, die Nahtzugaben der Kappnähte schlucken viel Stoff, daher fasste ich den Rand des Werkstücks mit Mullbinde aus dem abgelaufenen Autoverbandskasten ein, ich schwöre, wenn ich es nicht selber gemacht hätte, würde ich den Unterschied zu den hochpreisigen Voiles nicht sehen. Die Mullbinde habe ich mit einem Rest Maistärkekleister gestärkt, so lies sie sich zum Vernähen zähmen.

Vorderseite des Nadelbriefs

Meinen Mini-Pojagi-Quilt habe ich zu einem Nadelbrief weiterverarbeitet.

Fürs Innenleben des Nadelbriefs druckte ich mit dem Nadeldrucker ein Libellenmotiv auf die raue Seite von einem Stück Vliesofix, welches ich auf DIN-A 4 zurechtgeschnitten und mit Klebeband auf Druckerpapier fixiert hatte. Den Drucker stellte ich auf “dickeres Papier, feinste Druckqualität” und schob das präparierte Blatt in den Einzelblatteinzug. Beim Drucken hielt ich die Luft an und es hat wirklich geklappt, der Drucker druckte ohne zu murren. Das Vliesofix bügelte ich anschliessend auf ein Stück gebügelte Mullbinde. Raue (bedruckte Seite) nach unten, alles zwischen 2 Lagen Backpapier. Nach dem Abkühlen zog ich vorsichtig das Trägerpapier vom Vliesofix ab.

Scann des Drucks

Volià, ein hauchzarter, transparenter Druck auf der Mullbinde, so zart, dass er sich nur schlecht fotografieren lässt, darum scannte ich das ganze auf einem grauen Karton ein und bearbeitete es entsprechend.

innere Vorderseite

Die libellenbedruckte Mullbinde wanderte als Innenseite in meinen Nadelbrief.

Innenseite

Die feinen Nähnadeln stecken in einer orignalgroßen Baumwollflanell-Stoffmusterprobe.

hintere Innenseite

Verschlossen wird der transparente Nadelbrief mit zwei winzig kleinen Druckknöpfen aus meinem Fundus.

hintere Rückseite

Verlinkung:
Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe.
Das Thema in Woche in Woche 20 lautete: Transparenz

Bisher gestaltete ich Nadelbriefe zu den Themen Stille , Norwegen und Who is perfect?
Mir geht es bei den Nadelbriefen um den Prozess, Neues auszuprobieren, Dinge aus meinem Fundus zu verwerten und nicht darum, ob die Nadelbriefe auch als solche praktisch sind.

Nadelbrief – Who is perfect?

vordere Innenseite

Derzeit experimentiere ich gerne. Gestern klebte ich ein gewaschenes, gebügeltes auf DIN A 4 zurechtgeschnittenes Baumwollstoffstück mit Masking-Tape auf Druckerpapier und jagte es durch meinen Nadeldrucker, der kann anscheinend lesen, denn er druckte das Statement schepps auf den Stoff. Perfekt für die Innenseite meines Nadelbriefs zum Thema “Who ist perfect?”

Vorderseite

Für die Außenhülle meines ca. 13 x 11 cm großen Nadelbriefs verwendete ich einen Gelliprint auf Leinenstoff und eine alte Jeans. Verschlossen wird das Ganze mit einer alten Kette.

Rückseite der miteinander verwebten Stoffstreifen

Die Jeans riss ich in Streifen, das Leinen lies sich nicht reißen, so schnitt ich es mit dem Rollschneider frei Schnauze in unregelmäßig breite Streifen und verwebte beide Stoffe miteinander.

Das Gewebe drehte ich vorsichtig auf links, streute etwas “Flickpulver” (unbezahlte Werbung, da im Bild Markennamen erkennbar sind) darüber, legte ein gleich großes Stück Jeansstoff darauf und bügelte es zwischen 2 Lagen Backpapier. Nach dem Abkühlen nähte ich das Gewebe mit kleinen Geradstichen auf dem Jeansuntergrundstoff fest.

Nahaufnahme

Wie von mir gewünscht sind die offenen Kanten der Stoffstreifen deutlich zu erkennen.

Innenseite: 2 Lagen Filz

Im Filz stecken meine nagelneuen Polsternähnadeln, die ich mir fürs Bücherbinden besorgt habe. Witzig, sobald man das Heft wieder zuschlägt, legen sich die gebogenen Nadeln wieder flach hin.

Innere Rückseite

Vor einigen Jahren habe ich per Gelliprint einen wilden Hintergrund gedruckt und dann versucht meinen eigenen Umriss als Schatten darauf zu drucken, den Schatten finde ich zu deutlich, den Kontrast zu stark, für dieses Projekt finde ich den alten Druck jedoch absolut passend, weil er, wie der ganze Nadelbrief herrlich unperfekt ist.

Foto: Tally

Als Vorlage für den Gelliprint diente damals dieses Foto. Gemacht es Tally während eines unvergesslichen Sparziergangs an der Ostsee im Dezember 2014.

Verlinkung:
Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe, das aktuelle Thema lautet: Who ist perfect?

Bisher gestaltete ich Nadelbriefe zu den Themen Stille und Norwegen
Mir geht es bei den Nadelbriefen um den Prozess, Neues auszuprobieren, Dinge aus meinem Fundus zu verwerten und nicht darum, ob die Nadelbriefe auch als solche praktisch sind.

Nadelbrief – Norwegen

Vorderseite

Ich stellte mich der Herausforderung und probierte zwei typisch norwegische Handarbeitstechniken aus: Hardangerstickerei und Norwegermuster stricken. Beide Techniken waren für mich neu und so studierte ich ausgiebig Videos und Anleitungen im Internet.
Mein Nadelbriefechen ist am Schluss ganz anderes geworden, als ich es ursprünglich geplant hatte.



Die Hardangerstickerei ist eine Durchbruchstickerei, sie wurde in Norwegen hauptsächlich für Trachtenblusen und Schürzen angewendet. Ich merkte ganz schnell, dass die Hardangerstickerei sehr kompliziert ist und beschloss nur ein einzelnes Motiv aus drei Grundstichen auf einen schmalen Rest grobes Leinen zu sticken, bei meinem vorhanden feinen Leinen konnte ich die Fäden nicht zählen. Typisch wäre es, den Rand mit Knopflochstichen per Hand zu umsticken, doch das war mir zu aufwendig, ich wählte einen Maschinenstich und franzte die Ränder aus.

Rückseite

Verschlossen wird das ca. 8,5 x 9,5 cm große Nadelbriefchen mit einem roten Stickfaden der um einen großen Holzknopf auf der Rückseite geschlungen wird.


vordere Innenseite

Als ich nach Stoff für den Nadelbrief gesucht habe, fiel mir ein alter Gelliprint in die Hände, damals habe ich Versuche mit Abtönfarbe auf Leinen gemacht. Leider passte das Format vom Gelliprint nicht und egal wie ich den Stoff gedreht, geteilt und wieder zusammengefügt habe, war kein ganzer Fisch zu erkennen. So sieht man jetzt in der vorderen Innseite einen flüchtenden Fisch, was ich ganz witzig finde. Mir gefallen die leuchtenden Farben, so sieht für mich das Meer in den Fjorden Norwegens aus.

Innenseite

Mit zwei Wollfäden gleichzeitig zu stricken, bzw. den zweiten Faden mitlaufen zu lassen, fand ich ganz schön schwierig. Ich schaute mir etliche You-Tube Videos an, versuchte mich an verschiedenen Techniken. Und strickte und ribbelte und strickte und ribbelte. Ursprünglich hatte ich geplant für die Außenseite des Nadelbriefs ein Gestrick zu verwenden, doch nach dem doppeln mit Stoff und Einlage war das Ganze zu dick und unförmig und wanderte in die Tonne. Ich disponierte um und beschloss, das Innenleben mit Gestrick zu gestalten und begann neu zu stricken und wieder ribbelte ich unzählige Male, mal war das Gestrick zu breit, dann wieder zu schmal, dann hatte ich die Fäden zu fest angezogen u.s.w.
Letztendlich strickte ich ein einfaches zweifarbiges Muster frei Schnauze und darin stecken jetzt die dicken Sticknadeln.

hintere Innenseite

Für einen Nadelbrief ist mein Mäppchen ganz schön dick geworden, das macht nichts. Mir ging es um den Prozess, ums Auszuprobieren, das macht mir momentan soviel Freude.

Und jetzt habe ich noch eine Bitte: Wer hat Stoff- und Wollreste abzugeben?

Ich habe auch Verwendung für briefmarkengroße Stücke. Als ich neue Wege gehen musste, habe ich vieles entsorgt, um mit leichten Gepäck reisen zu können, momentan lässt mein Budget manche Neuanschaffungen nicht zu.

Rückseite



Verlinkung:

Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe, in der 17. Kalenderwoche lautete das Thema Norwegen

ein weiterer Nadelbrief, hier bei mir


Nadelbrief – Stille

Neulich habe ich gelesen, es sei möglich mit dem Nadeldrucker direkt auf Stoff zu drucken,
das musste ich ausprobieren und siehe da, es hat geklappt:

So habe ich es gemacht:
Leinenstoff auf DIN A 4 zugeschnitten und auf die Stoffrückseite Vlieseline H 250
(unbezahlte Werbung, da Produktnennung) gebügelt, den verstärken Stoff in den Einzelblatteinzug des Nadeldruckers gelegt, die Druckeinstellungen des Nadeldruckers auf “dickeres Papier” und “fein” gestellt.

Aus dem bedruckten Leinen habe ich ein ca. 10 x 10 cm großes Nadelbriefchen genäht, die Konturen der Motive bestickte ich per Hand, das hat viel viel länger gedauert, als ich geglaubt hatte, dabei habe ich früher sehr viel mit der Hand gestickt.


Innenseite 1

Jetzt stecken meine Sticknadeln einsatzbereit im Filz.

Innenseite 2

Rückseite
Der PC-Druck scheint wirklich haltbar zu sein, er hat das Nähen und Bügeln unbeschadet überstanden, wie es sich mit waschen verhält, weiß ich nicht.

Verschlossen wird mein Nadelbrief mit einer gehäkelten Kordel aus Stickgarn, die um einen Knopf gewickelt wird.

Verlinkung:
Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefchen, richtige Kunstwerke sind dabei, aktuelles Thema lautet: STILLE.