Archiv der Kategorie: selbstgemacht

Collagen aus Vintagepapier, Grußkarten und Feldblumen

Vintagecollage aus Flohmarktfunden:
Modezeitschriften der 50iger Jahre und Schulzeugnisse von 1942

Meine erste Lehrerin war eine ältere, grauhaarige, unverheiratete etwas stämmige Dame. Sie trug stets lila- oder rosafarbene Unterröcke, die beim Schreiben an der Tafel unter ihren Röcken hervorlugten. Fräulein Weber, so hieß sie, war sehr streng, das musste sie wohl auch, denn unsere Klasse bestand bei der Einschulung im September 1969 aus 45 Schülern. Einmal sagte Fräulein Weber: “Ich sehe alles!”, in meiner kindlichen Naivität glaubte ich, dass mich ihre dickbebrillten Augen bis nach Hause verfolgen können und versteckte mich beim Spielen unterm Esstisch. Das Schreiben lernen fiel mir sehr schwer, denn ich durfte den Stift nicht mit der linken Hand halten, sondern musste die rechte Hand benutzten. Bis heute verkrampfe ich meine Finger beim Schreiben, habe eine schlecht leserliche Handschrift und bekomme Schmerzen beim Verfassen von längeren Texten.

Aus einem Briefumschlag, Resten von Gelliprints und Schnipseln aus alten Büchern habe ich eine Collage gemacht. Der Fisch ist innerhalb des Sichtfensters beweglich und kann so herumschwimmen, wie er mag.

Momentan verkaufe ich über ein Onlineportal Kleidung, die mir nicht mehr passt oder gefällt und bin ganz erstaunt, wie gut das läuft. Wenn ich die Kleidungsstücke versende, lege ich ein kleines Grußkärtchen aus Papierschnipseln bei. Seit Jahren hebe ich die Bändchen von Oberteilen auf, hier finden sie eine neue Verwendung.

Aus Kleisterpapierresten meiner Frühlingspost 2019 entstanden außerdem noch blumige Grußkarten, dafür habe ich mit dem Herzlocher Herzchen ausgestanzt, diese mit der Schere zerteilt und zu Blüten zusammengesetzt, mich erinnern sie an Schachblumen.

Meinen ersten Feldblumenstrauß des Jahres wollte ich ursprünglich mit der Flügeltür im Hintergrund fotografieren, leider gab es doofe Spiegelungen, so musste ich die Perspektive wechseln und vorher die große Glasflasche mit dem bizarren Zweig aus dem Weg räumen.

Ich hatte keine Lust im Bestimmungsbuch nachzuschauen, wie meine Naturschönheiten heißen und freue mich nun schon über eine Woche an ihnen.
Nachtrag:
Astrid hat mir einen Tipp gegeben und ich habe gerade nachgeschaut: Die hübschen blauen Blumen scheinen Gewöhnliche Ochsenzugen, botanisch Anchusa officinalis zu sein.

Verlinkungen:
den Feldblumenstrauß zum Friday-Flowerday 
die Collagen, Grußkarten und Tags zum Mittwochsmix
den ganzen Post zum Samstagsplausch
die Herzchen auf meinem Kleid, den Tags und den Grußkarten zum Montagsherz

 

Makramee Blumenvase und Federn

Vermutlich rollen Alle, die älter als 55 Jahre sind, mit den Augen, wenn sie nur das Wort Makramee hören und denken an all die Scheußlichkeiten aus muffig riechendem Jutegarn und lackierten Holzperlen, die in den 70igern modern waren. Heute erlebt die Knüpftechnik aus dem Orient eine Renaissance und kommt luftig und leicht daher. Ich bin auf diesen Zug aufgesprungen und habe zwei Federn und eine Hängevase aus Baumwollgarn geknüpft. Die Teile baumeln seit Donnerstag an einem Stück Treibholz am Fenster über meinem Schreibtisch. Zur Premiere durften zwei weiße Ranunkeln in die Vase und sorgen für Frühlingsstimmung in meinem Wohnzimmer.

Die Vase habe ich mir ausgedacht, für die Federn findet man online jede Menge Anleitungen. Ich empfehle, ein dickeres Garn zu verwenden, als ich es getan habe, denn das Aufdröseln der Fäden hat Stunden gedauert. Kein Wunder, denn für die größere Feder habe ich 72 Fäden mit 36 Knoten befestigt und anschließend die 144 Fadenenden mühsam mit Nadel, Bürste und Kamm aufgedröselt, bei der kleineren Feder waren es 48 Fäden, 24 Knoten und 96 Fadenenden.

Das Fotografieren meines Gebamsels hat mich unendlich viele Nerven und Zeit gekostet, zufrieden bin mit den Fotos dennoch nicht. Ich möchte nun endlich in die Bildbearbeitung einsteigen, daher meine Frage an Euch: Welches Bildbearbeitungsprogramm benutzt Ihr?

Verlinkungen:
mehr Makramee von mir findet hier: Schneeflocken und ein weißer Wandbehang
Flower-Friday
Samstagsplausch
den Frühling selber machen
Frühlingsglück

Schneeglöckchen und Makramee-Schneeflocken

Jedes Jahr freue ich mich über die ersten Schneeglöckchen und hol mir ein paar in die Wohnung.

Im April 2013 habe ich einen Post veröffentlicht, bei dem es u. a. ums Scheitern und wieder Neuanfangen geht. Damals hatte ich im Rahmen der Stoffspielereien einen halbfertigen Traumfänger gezeigt, bei dem es mir nicht gelungen war, Schneeflocken aus Stoff herzustellen. Um mich selber zu motivieren schrieb ich damals: “… und ich werde meine Schneeflocken so hinkriegen wie ich sie haben will, nur nicht heute”.

Und jetzt, fast 7 Jahre später, habe ich ganz filigrane Makramee-Schneeflocken aus weißem Baumwollgarn geknotet und finde sie sehr passend zu den Schneeglöckchen. Gesehen hatte ich die Makramee-Schneeflocken erstmal bei Eni, sie hat eine wunderbar verständliche Anleitung dazu geschrieben, vielen Dank nochmals liebe Eni für die Inspiration.

Verlinkungen:
Flower-Friday
Niwibo sucht den Frühling
Flower-Power
Freutag
Samstagsplausch
Winterglück
Sonntagsglück
Montagsherz

blumige Neujahrswünsche & Weihnachtsbaum im schlichten skandinavischen Design

Nun ist es also da, das Neue Jahrzehnt mit neuen Möglichkeiten, Ideen, Träumen, Visionen, Abenteuern, Magie und Anfängen. Hoffe Ihr seid alle gut rübergekommen, bleibt gesund!

Ich finde es klasse, dass Helga mit dem Flower-Friday weitermacht und habe eine Hochachtung vor ihr und all den anderen Frauen, die es regelmäßig schaffen Posts mit wunderschönen Fotos von Blumengebinden zu veröffentlichen. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich Februar 2013 meinen ersten Flower-Friday-Post veröffentlicht  habe, damals hatte ich gerade eine Schulter-OP hinter mir und konnte meine neugekaufte Kamera  nicht halten. Der Flower-Friday hat bei mir dazu beigetragen dass ich falsche Glaubenssätze über Bord geworfen habe. Bis dahin war bei mir fest verankert, dass frau Schnittblumen geschenkt bekommt und dass Gartenblumen keinesfalls abgeschnitten, sondern nur im Garten bewundert werden dürfen. Was für ein Unsinn!!! Mittlerweile kaufe ich mir selber Blumen, wann immer mir danach ist,  mein Budget ist zwar sehr begrenzt, jedoch freue mich auch an einem einzelnen Blumenstängel, heute ist es ein Ritterstern, der sich die selbstgemachte Rindenvase mit Kiefern- und Lärchenzweigen aus dem Wald. teilt.

Den Weihnachtsbaum im schlichten skandinavischen Design hat Herr K. vor einem Jahr nach meinen Wünschen aus einem ausgedienten Lattenrost gebaut und mir zum Geburtstag geschenkt. Bewusst unregelmäßig gewundene Herzen aus Kiefernzweigen, Wachskerzen, mit Garn umwickelte Holzkugeln und ein Wichtelmädchen reichen mir als Schmuck. Der Baum darf auf jeden Fall noch bis zum Dreikönigstag, wahrscheinlich sogar bis Ende der zweiten Januarwoche stehenbleiben, denn da feieren wir den 18. Geburtstag meines jüngsten Sohns.

Zu meiner großen Freude hat mir Birgitt auch in diesem Jahr einen wunderschön gestalteten Fotokalender geschenkt. Birgitt kann nicht nur toll fotografieren, sondern findet auch immer passende Zitate zu Ihren Fotos. Ich fühle mich sehr wertgeschätzt.

Verlinkungen:

Flower-Friday
Alltagsfreuden
Freutag
Samstagsplausch

Handweben – Stoffspielereien

Bei den Stoffspielereien im Oktober wird handgewebtes gewünscht. Neues habe ich aus Gründen nicht vorzuweisen, jedoch habe ich im Rahmen des großen Nadelbrief-Jahres drei Nadelbriefe mit unterschiedlichen Webtechniken gestaltet. Klickt Euch unbedingt zu den ursprünglichen Posts, da erkläre ich meine Vorgehensweise ausführlicher und zeige auch die Innenseiten meiner Nadelbriefe.

Nadelbrief Mexiko:
hierfür verwebte ich Wollreste in typisch mexikanischen Farben

Nadelbrief – Who ist perfect?
hierfür verwebte ich in Streifen gerissenen Jeansstoff mit Leinenstoff, den ich per Gelliprint gestaltet hatte

Nadelbrief – upcycling
hier verwebte ich das eingetrocknete Farbband einer alten Schreibmaschine

verlinkt zu den Stoffspielereien

Die Stoffspielereien
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Malven und Makramee

Ich bin zu einem Selber-Blumen-Schneidenfeld gefahren, leider wuchsen dort nur Gladiolen mit Mini-Knopsen und sonst rein gar nichts, doch direkt neben dem Blumenfeld war ein Maisacker mit breitem Blühstreifen, dort pflückte ich einen Strauß mit wilden Malven, Buchweizen und Gräsern. In die Selbstpflückekasse habe ich ein paar Münzen gelegt, weil ich angenommen habe, dass die Felder dem selben Landwirt gehören. Nur fürs Foto steht mein wilder Blumenstrauß auf einem Hocker in meinem Schlafzimmer, direkt vor der Tür zum Flur.

Nahaufnahme, wilde Malve
Nahaufnahme Buchweizen

Mein Schlafzimmer hat zum Flur hin eine Tür mit blickdichtem Milchglas. Wenn mein Sohn im Flur Licht macht, fällt der Lichtschein in mein Schlafzimmer. Das hat mich gestört, darum habe ich bald nach dem Einzug die Glasscheibe beidseitig mit grauer Vliestapete beklebt, das sieht richtig gut aus. Wenn wir hier irgendwann wieder ausziehen, lässt sich die Vliestapete vom Glas rückstandsfrei abziehen.

Meine Lieblingssofakissen liegen nur fürs Foto auf dem Bett.

Bereits im Sommer vor drei Jahren habe ich aus dickem weißen Garn einen Wandbehang geknüpft, er sieht luftig und leicht aus, ganz anders aus als das muffige Jute und Sisal Makramee der 70iger Jahre.

Beim Fotografieren habe ich Ingwerwasser getrunken, das mache ich so:
1 ca. 30 g schweres Stück Ingwer schälen, in Stücke schneiden, in ca. 1 Liter Wasser geben und ca. 15 Min sanft köcheln lassen, Ingwerstücke abseihen und den Saft einer Zitrone zugeben, nach Wunsch mit Honig süßen. Die fertige Mischung fülle ich in eine Thermoskanne.

Nachtrag:
Näheres zum Tassenuntersetzer und die Buchhülle hier, hier und hier bei mir.

Die Sofakissen liegen wieder auf dem Sofa und die Blumen stehen auf dem Eßtisch.

verlinkt zum Flower-Friday
und zu Selbstgemachtes bei Niwibo
und zu Samstagsplausch bei Karminrot

Nadelbrief – Schnee

Vorderseite

Schnee war das erste Thema beim großen Nadelbrief-Jahr, ich arbeite nach, ob ich alle 52 Themen schaffe, ist ungewiss, da müsste ich schneller arbeiten und Druck ist das Letzte was ich derzeit brauchen kann.
In meinem Fundus befand sich ein ca. 20 Jahre alter naturweißer Stoff mit aufgedrucktem, goldenem Sternstaub und ein silbernes Garn, Gold und Silber, das geht nicht gut zusammen. Also habe ich ein Stückchen Sternenstaubstoff auf eine Glasplatte gelegt und mit verdünnter blauer Textilfarbe angemalt.

Auf meiner Arbeitsunterlage lag noch das Trägerpapier von Vliesofix von meinem letzten Nadelbrief, das habe ich mit einem Motivstanzer ausgestanzt und die Schneeflocken auf den frisch bemalten Sternenstaubstoff gelegt. Die abgedeckten Flächen trocknen langsamer, die Farbpigmente wandern nach außen und lassen Abdrücke auf dem Stoff zurück Sunprint, heißt dieses Verfahren, der Name ist irreführend, denn es braucht keine Sonne dazu. Im Herbst 2016 habe ich so Taschen mit Blättern bedruckt.

Nahaufnahme

Für die Vorderseite habe ich die Abdrücke der Schneeflocken mit silbrigen Garn bestickt, für die Hinterseite lies ich die Abdrücke pur, beides hat seinen Reiz.

Hinterseite

Mit der Schreibmaschine tippte ich ein paar Worte auf Vlieseline, bügelte diese auf und nähte sich mit Handstichen fest.

vordere Innenseite

Für die Innenseite stickte ich mit hellgrauem Perlgarn eine stilisierte Schneeflocke auf den Sternenstaubstoff. Schade, auf den Fotos ist das Glitzern weder auf dem blauen noch auf dem naturfarbenen Stoff zu sehen.

hintere Innenseite

Für die hintere Innenseite verwandelte ich mit dem Bildbearbeitungsprogramm von Word ein Foto vom Ötzidorf in eine Bleistiftskizze, (klickt euch mal hin, da könnt Ihr mich im Schnee tanzen sehen), druckte es mit meinem brandneuen Laserdrucker aus und transferierte es mit Foto Potch (vor ein paar Jahren habe ich damit einen Käfer auf Holz transferiert) auf den Sternenstaubstoff.

Ötzidorf im Ötztal, Österreich

Verlinkung:
Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe.

Bisher gestaltete ich Nadelbriefe zu den Themen: StilleNorwegen, Who is perfect?,
TransparenzWirbelwindUpcyclingBaumrindeAfrika, Mexiko, Stein und Ich steh Kopf

Mir geht es bei den Nadelbriefen ums Experimentieren, Dinge aus meinem Fundus zu verwerten und nicht darum, ob die Nadelbriefe auch als solche praktisch sind. Bei mir liegen sie dekorativ auf einem Fensterbrett und ich staune selber über meine Ideen, weggeben könnte ich meine Nadelbriefchen nicht, es steckt viel zu viel Herzblut drin.

 

Nadelbrief – Stein

Vorderseite

Für das Nadelbriefthema “Stein” habe ich versucht eine Trockensteinmauer mit Pflanzenbewuchs zu gestalten.

Aussenhülle vor dem Waschen

Für die Außenhülle habe die Chenille-Technik angewandt, gut erklärt wurde diese Technik einst bei den Stoffspielereien, ich habe vor drei Jahren witzige Tassenteppiche damit genäht.

Aussenhülle

Vernäht habe ich für die oberste Stoffschicht braungraues Leinen (war einmal eine Hose von mir), darunter liegen 5 Lagen grün-weiss-gelb-gemusterte Stoffreste.

Beim Gestalten hatte ich diese Mauer vor Augen, fotografiert habe ich sie vor einem Jahr im Tessin.

Nahaufnahme

Das Ergebnis ist für mich sehr stimmig.

vordere Innenseite

Die im Wasser liegenden Kieselsteine gestaltete ich mit Sandpapier, Buntstiften, Bienenwachs und Babyöl, wie ich das mache, erklärte ich bei meinem Afrika-Nadelbrief und den Stoffspielereien im Juni. Den Anfang des Gedichts von Josef Guggenmos tippte ich mit der Schreibmaschine auf Stickvlies, die Schrift verwischt nicht wie sie es auf Stoff tut.

Mitte
hintere Innenseite

Für die hintere Innenseite verwendete ich einen alten Gelliprint von mir. Die Strukturen sind damals durch ein Kartoffelnetz, ein Stück dicke Schnur und Papiersteine entstanden.

Verschlossen wird der Nadelbrief mit einem Haargummi und einem Kieselstein, den ich auf einen angenähten Knopf geklebt habe.

Verlinkung:
Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe.

Bisher gestaltete ich Nadelbriefe zu den Themen: StilleNorwegen, Who is perfect?,
TransparenzWirbelwind, Upcycling, Baumrinde, Afrika und Mexiko.
Mir geht es bei den Nadelbriefen ums Experimentieren, Dinge aus meinem Fundus zu verwerten und nicht darum, ob die Nadelbriefe auch als solche praktisch sind. Ich verwende sie auch nicht als solche, sondern als reines Mittel zum Zweck. Derzeit liegen sie dekorativ auf einem Fensterbrett und ich staune selber über meine Ideen, weggeben könnte ich meine Nadelbriefchen nicht, es steckt viel zu viel Herzblut drin.

Nadelbrief – Mexiko

verschlossener Nadelbrief

Das Gestalten von Nadelbriefchen macht mir derzeit riesigen Spaß. Mein Werk zum Thema Mexiko ist das bisher zeitaufwändigste.

Webrahmen

Auf einem Kindergartenwebrahmen habe ich einen Teppich gewebt, kein traditionelles mexikanisches, sondern ein grazy buntes Phantasiemuster. Alleine für das Vernähen der Fäden habe ich 2 1/2 Stunden gebraucht, nun weiß ich, dass es sinnvoller gewesen wäre die Fäden beim Farbwechsel gleich miteinzuweben, Versuch macht eben klug.

Man könnte meinen, so ein Minidingens von 8 x 13 cm ist ruckzuck gewebt, das war mitnichten so. Die vielen Farbwechsel mitten in der Reihe brauchten Zeit, ewig viel Zeit. Die bunten Wollreste waren ein Geschenk von Elvira, herzlichen Dank nochmals dafür.

Aus den allerletzten grünen Wollfäden habe ich versucht einen Kaktus zu gestalten, bei Elviras Wollresten fand sich auch ein weißes flauschiges Garn mit bunten Punkten, alle Punkte, die nicht grün, rot oder gelb waren, habe ich rausgeschnitten.

Der “Kaktus” dient als Verschlußknopf, um den die selbstgedrehte Kordel gewickelt wird.

vordere Innenseite
Mitte

Ich habe mal gelesen, dass echte Mexikaner in der Hängematte gezeugt, später dort die schönsten Stunden ihres Lebens verbringen und letztendlich auch in der Hängematte sterben.
Meine Miniaturhängematte habe ich mit Makrameeknoten geknüpft, das war eine Fummelei mit dem dünnen Garn. Aufgehängt ist sie an zwei verbogenen Durchzugsnadeln aus meinem Fundus. Im grünen Filz stecken Stecknadeln mit quietschbunten Köpfen, ich habe sie mal geschenkt bekommen und verwende sie kaum, da sie dicker sind als normale Stecknadeln.

hintere Innenseite

Ich hatte meine Handarbeit ein paar Mal an unserem Badeplatz dabei, immer wieder kamen von Freunden und Bekannten Kommentare: “Du bist verrückt, soviel Zeit aufzuwenden.” oder “Verkaufst Du Deine Sachen auf einem Basar?” oder “In der Zeit hättest Du auch etwas Stulpen oder Strümpfe stricken können, die könntest Du wenigstens sinnvoll nutzen.”
Doch was ist schon sinnvoll? Mir macht das Werkeln Spaß, meist verwerte ich Dinge aus meinem Fundus, probiere Techniken aus, die mir bisher fremd waren oder, die ich schon sehr lange nicht mehr gemacht habe. Weggeben könnte ich meine Werke nicht, es steckt zuviel Zeit und Herzblut darin.

Bisher gestaltete ich Nadelbriefe zu den Themen: StilleNorwegen, Who is perfect?,
TransparenzWirbelwind  Upcycling , Baumrinde und Afrika.

Verlinkung:
Woche für Woche erstellen Frau Nahtlust und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe, Mexiko war das Thema von Woche 19 (ich arbeite nach)

Nadelbrief – Afrika

Außenseite

Afrika lautete das Thema bei den Stoffspielereien im Juni, hierfür habe ich afrikanische Muster und Giraffenfell mittels Frottage auf Stoff mit Schmiergelpapier, Buntstiften, Bienenwachs und Babyöl gestaltet. Zufällig werden Tropenmuster beim Mustermittwoch im Juli und August gesucht. Tropen gibt es in Afrika und dort leben Giraffen in der Savanne.

Nahaufnahme

In der Nahaufnahme sehen die Strukturen fast wie Tierhaar aus.

Rückseite

Aus meinen afrikanisch gestalteten Stoffen nähte ich gestern ein Nadelbriefchen, was sonst?

Vorderseite

Langjährige, regelmäßige Blogleser erinnern sich vielleicht daran, dass Giraffen meine Krafttiere sind, wie es dazu kam, habe ich hier, hier und hier berichtet.

vordere Innenseite

Afrikanische Stammesmuster weisen oft geometrische Formen auf,  ich kreierte ein einfaches Rautenmuster in den tradtionellen Farben Afrikas.

Nahaufnahme vor dem wachsen und ölen
Innenseite
hintere Innenseite

Über die kulturelle Bedeutung dieser Farben in Afrika schrieb ich bereits.

Heute Nacht habe ich eine Frottage auf Papier gemacht und mich wieder geärgert, dass der dunkelbraune Stift ständig abbricht, die Stifte hatte ich am Sonntag neu ausgepackt.

 Die  Papierfrottage habe ich auf der Rückseite mit Babyöl bepinselt und nach dem Trocknen links neben das Nadelbriefchen gelegt.

Für alle meine Versuche verwendete ich am Sonntag ganz spontan Buntstifte, da meine Stoffwachsmalkreiden wegen der tropischen Hitze bereits beim Anfassen verlaufen sind und auf dem Stoff nur geschmiert haben. Waschbeständig sind meine Versuche sicherlich nicht, das müssen sie für ein Nadelbriefchen ja auch nicht.
Gelungene Frottagen mit Wachsmalkreiden bzw. Stoffmalkreiden auf Stoff von mir: hier und hier.

Gegenlicht

Zum Vergleich habe ich 3 Versuche mit Wäscheklammern ins Gegenlicht gehängt:

  • Links: gewachste und geölte Frottage auf Stoff, der dünne Baumwollstoff ist noch ein wenig transparenter geworden. Die Farben sind so blass, weil ich das Einbügeln der Farbe vor dem Wachsen und Ölen vergessen hatte und sich daher die Farbpigmente nicht mit dem Stoff verbunden haben.
  • Mitte: unbehandelte Frottage auf Stoff, im Vergleich sieht man, dass das Bienenwachs den Stoff gelblich verfärbt
  • rechts: geölte Frottage auf Papier, das Papier ist transparent geworden
verhunzte Giraffe

Mein Giraffenjunges hatte ich beim Einbügeln verhunzt, am Backpapier war noch Farbe gehangen und hatte einen dunklen Balken über das Gesicht gelegt. Gestern habe ich über die versaute Stelle gemalt und das ganze nochmals gebügelt, wie man auf den Eingangsbildern sehen kann, ist der Balken kaum noch sichtbar.

verlinkt zu
Mustermittwoch, Thema: tropische Muster

Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe.
Afrika war / ist kein Thema.