Archiv der Kategorie: selbstgemacht

Nadelbrief – Norwegen

Vorderseite

Ich stellte mich der Herausforderung und probierte zwei typisch norwegische Handarbeitstechniken aus: Hardangerstickerei und Norwegermuster stricken. Beide Techniken waren für mich neu und so studierte ich ausgiebig Videos und Anleitungen im Internet.
Mein Nadelbriefechen ist am Schluss ganz anderes geworden, als ich es ursprünglich geplant hatte.



Die Hardangerstickerei ist eine Durchbruchstickerei, sie wurde in Norwegen hauptsächlich für Trachtenblusen und Schürzen angewendet. Ich merkte ganz schnell, dass die Hardangerstickerei sehr kompliziert ist und beschloss nur ein einzelnes Motiv aus drei Grundstichen auf einen schmalen Rest grobes Leinen zu sticken, bei meinem vorhanden feinen Leinen konnte ich die Fäden nicht zählen. Typisch wäre es, den Rand mit Knopflochstichen per Hand zu umsticken, doch das war mir zu aufwendig, ich wählte einen Maschinenstich und franzte die Ränder aus.

Rückseite

Verschlossen wird das ca. 8,5 x 9,5 cm große Nadelbriefchen mit einem roten Stickfaden der um einen großen Holzknopf auf der Rückseite geschlungen wird.


vordere Innenseite

Als ich nach Stoff für den Nadelbrief gesucht habe, fiel mir ein alter Gelliprint in die Hände, damals habe ich Versuche mit Abtönfarbe auf Leinen gemacht. Leider passte das Format vom Gelliprint nicht und egal wie ich den Stoff gedreht, geteilt und wieder zusammengefügt habe, war kein ganzer Fisch zu erkennen. So sieht man jetzt in der vorderen Innseite einen flüchtenden Fisch, was ich ganz witzig finde. Mir gefallen die leuchtenden Farben, so sieht für mich das Meer in den Fjorden Norwegens aus.

Innenseite

Mit zwei Wollfäden gleichzeitig zu stricken, bzw. den zweiten Faden mitlaufen zu lassen, fand ich ganz schön schwierig. Ich schaute mir etliche You-Tube Videos an, versuchte mich an verschiedenen Techniken. Und strickte und ribbelte und strickte und ribbelte. Ursprünglich hatte ich geplant für die Außenseite des Nadelbriefs ein Gestrick zu verwenden, doch nach dem doppeln mit Stoff und Einlage war das Ganze zu dick und unförmig und wanderte in die Tonne. Ich disponierte um und beschloss, das Innenleben mit Gestrick zu gestalten und begann neu zu stricken und wieder ribbelte ich unzählige Male, mal war das Gestrick zu breit, dann wieder zu schmal, dann hatte ich die Fäden zu fest angezogen u.s.w.
Letztendlich strickte ich ein einfaches zweifarbiges Muster frei Schnauze und darin stecken jetzt die dicken Sticknadeln.

hintere Innenseite

Für einen Nadelbrief ist mein Mäppchen ganz schön dick geworden, das macht nichts. Mir ging es um den Prozess, ums Auszuprobieren, das macht mir momentan soviel Freude.

Und jetzt habe ich noch eine Bitte: Wer hat Stoff- und Wollreste abzugeben?

Ich habe auch Verwendung für briefmarkengroße Stücke. Als ich neue Wege gehen musste, habe ich vieles entsorgt, um mit leichten Gepäck reisen zu können, momentan lässt mein Budget manche Neuanschaffungen nicht zu.

Rückseite



Verlinkung:

Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefe, in der 17. Kalenderwoche lautete das Thema Norwegen

ein weiterer Nadelbrief, hier bei mir


Nadelbrief – Stille

Neulich habe ich gelesen, es sei möglich mit dem Nadeldrucker direkt auf Stoff zu drucken,
das musste ich ausprobieren und siehe da, es hat geklappt:

So habe ich es gemacht:
Leinenstoff auf DIN A 4 zugeschnitten und auf die Stoffrückseite Vlieseline H 250
(unbezahlte Werbung, da Produktnennung) gebügelt, den verstärken Stoff in den Einzelblatteinzug des Nadeldruckers gelegt, die Druckeinstellungen des Nadeldruckers auf “dickeres Papier” und “fein” gestellt.

Aus dem bedruckten Leinen habe ich ein ca. 10 x 10 cm großes Nadelbriefchen genäht, die Konturen der Motive bestickte ich per Hand, das hat viel viel länger gedauert, als ich geglaubt hatte, dabei habe ich früher sehr viel mit der Hand gestickt.


Innenseite 1

Jetzt stecken meine Sticknadeln einsatzbereit im Filz.

Innenseite 2

Rückseite
Der PC-Druck scheint wirklich haltbar zu sein, er hat das Nähen und Bügeln unbeschadet überstanden, wie es sich mit waschen verhält, weiß ich nicht.

Verschlossen wird mein Nadelbrief mit einer gehäkelten Kordel aus Stickgarn, die um einen Knopf gewickelt wird.

Verlinkung:
Frau Nahtlust hat zum Jahresbeginn 2019 das große Nadelbrief-Jahr ausgerufen. Woche für Woche erstellen Susanne und eine Handvoll weiterer Frauen themenbezogene Nadelbriefchen, richtige Kunstwerke sind dabei, aktuelles Thema lautet: STILLE.





Konfetti-Technik


Das Thema bei den heutigen Stoffspielereien heißt HEIMAT. Mit dem Begriff HEIMAT tue ich mir schwer, ehrlich gesagt weiß ich momentan nicht genau wo meine HEIMAT ist. Ist meine HEIMAT da wo ich derzeit wohne? Oder dort wo ich geboren wurde? Wo ich den Dialekt verstehe? Oder doch noch dort wo ich viele Jahre gelebt habe? Oder ist HEIMAT da, wo Menschen sind, die ähnlich denken wie ich und mich so mögen, wie ich bin?

Bei den Stoffspielereien geht es darum, etwas ausprobieren, sich zu trauen die eigene Komfortzone zu verlassen. Ich habe versucht mit der Konfetti-Technik eine Mittelgebirgslandschaft mit bewaldeten Hügeln, frisch angesäten Feldern, blühenden Hecken, Rapsfeldern und Blumenwiesen darzustellen, schließlich lebte ich bisher immer in deutschen Mittelgebirgslandschaften.

Mit dem Rollschneider zerschnitt ich Stoffreste in minikleine Fitzelchen.

Das Konfetti ordnete ich auf einer mit Vliesofix bebügelten Stoffunterlage an. Leider hatte ich nicht in allen benötigten Farben Stoffreste, so musste ich improvisieren.

Ich streute BÜGELFIX Nähpulver über das Konfetti, legte ein Backpapier darüber und bügelte es heiß. Näh- oder Flickpulver wird üblicherweise zum Kunststopfen von Oberbekleidung verwendet und verklebt Stoffe miteinander.

Über das fixierte Stoffbild steckte ich ein Stückchen Tüll fest.

Und nähte kreuz und quer mit der Nähmaschine darüber um die Stoff-Fitzelchen fest mit der Unterlage zu verbinden.

Anschließend legte ich ein Stück Filz unter und versuchte die Konturen der Landschaft mit schwarzem Garn “nähzumalen”.

Rückseite der Arbeit
Nahaufnahme

Perfekt ist meine postkartengroße Landschaft keineswegs, das muss sie auch nicht, schließlich habe ich nur ein wenig mit Stoff gespielt und zum ersten Mal mit der Nähmaschine gemalt und eine neue Technik ausprobiert.

verlinkt zu den Stoffspielereien, Thema Heimat

Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung, da Produkte abgebildet werden, deren Hersteller erkennbar zu lesen ist.

kreativer Wochenrückblick und Freitagsblumen

In meinen Gartenhausväschen steht derzeit am Flußufer gepflückter Lerchensporn,
Holztablett und Väschen sind von der Firma Räder (unbezahlte Werbung).

So ordentlich war mein Wohnzimmertisch nur für ein paar Minuten, denn ich bin derzeit im kreativen Schaffensrausch und brauche jede waagrechte Fläche zum Arbeiten.
Seit ich meine Frühlingspost versendet habe, ist der Druck weg und in mir ploppen ständig neue Ideen auf, die umgesetzt werden wollen. In der letzten Woche entstanden sechs verschiedene Leporellos, die ich als Frühlings-Sonderpost verschickt habe, Leporello 1 zeigte ich bereits bei der Papierliebe am Montag.

Leporello 2:
Stempelei auf Packpapier mit eingefärbten Maisstärkekleister
Vintagebriefmarke, Buchsschnipsel vom Flohmarkt

Leporello-Umschläge 1 und 2:
das feingeäderte Muster ist der Abdruck von meinem Daumenballen


Leporello 3:
Collage aus Kleisterpapierresten und Schnipsel aus einem alten Lexikon für die Schneckenhausliebhaberin.

Nicht nur für das Leporello / Klappkarte 4,
sondern für alle Stempeleien verwendete ich meine ersten drei selbstgeschnitzen Stempel und als Stempelkissen mit Maisstärkekleister und Zeichentusche getränkte Haushaltsschwämme

Leporello 5
Buchseite mit Frühlingsgedicht: Erst farblos gekleistert, trocknen lassen, dann hellgrün gekleistert, mehrere Tage trocknen lassen, Haushaltsschwamm mit farblosem Kleister getränkt, und damit Ast, Blatt und Blüte gestempelt, nach dem vollständigem Trocknen werden die Motive sichtbar.


Leporello 6:
aufgenähtes Kleisterpapier von meiner Frühlingspost, sowie Ausschnitte aus einer Modezeitschrift aus dem Jahr 1954

Meine Frühlings-Sonder-Post sollte mittlerweile bei allen 6 Frauen angekommen sein und ich hoffe, dass ich Ihnen damit eine kleine Freude bereitet habe.

Ich bin gerade so was von genervt, bislang habe ich mit ganz viel Herzblut gebloggt, doch seit seit WordPress auf das neue Design umgestellt hat, brauche ich Stunden, wirklich Stunden für einen Post. Leser werden es im Blog es immer weniger, Instagram geht schnell, ist jedoch für mich so was wie ein coffee to go. Wie lange ich noch “zweigleisig” fahre, kann ich heute nicht sagen.

verlinkt zu:
Flower-Friday
Samtagsplausch

Meine Frühlingspost

Am Dienstag habe ich meine Frühlingspost verschickt und hoffe, dass alles vollständig bei den anderen Teilnehmerinnen der Gruppe 13 angekommen ist. Worum es bei der Frühlingspost geht, habe ich bereits hier erklärt.

Ich habe vorher noch niemals Kleisterpapier hergestellt und mußte erstmal Recherchen betreiben, wie das geht. Alle verschickten Papiere habe ich mit selbst gekochtem Kleister aus Maisstärke gemacht, die Papiere haben einen schönen Glanz und sind ganz glatt beim Anfassen. Eingefärbt habe ich den Kleister zum Teil mit Stoffmalfarben (da kleben noch DM-Preise an den Gläschen) und später mit Zeichentusche, falls ich zu viel Farbe in den Kleister gekippt hatte, hellte ich ihn mit weißer Acrylfarbe auf. Das Mischen von Pastelltönen fiel mir leicht, Probleme hatte ich dagegen das richtige Papier zu finden.

Anfangs nahm ich dickes glattes DINA 4 Papier aus meinen Beständen, ich vermute es hatte 200 g, genau weiß ich das jedoch nicht. Ich bestrich zunächst alle Papiere mit Maisstärkekleister. Nach dem trocknen bepinselte ich Papierbögen mit türkis eingefärbten Kleister, legte jeweils 2 eingekleistete Papierbögen übereinander, rollte mit dem Nudelholz darüber und zog dann die Papierbögen wieder auseinander, das gleiche machte ich mit gelbem und rosa eingefärbten Kleister.

Für die Umschläge kleckste ich in unregelmäßigen Abständen türks, rosa und gelb gefärbten Kleister auf die Papierbögen und wiederholte das Aufeinanderlegen, festrollen und Auseinanderziehen mehrmals. Es ergab sich ein wunderbar geädertes Muster. Die Farben erinnerten mich an Eis, ich war total begeistert.

Nach dem Trocknen, waren alle Papierbögen stark gerollt, ich habe sie über eine Tischkante glatt gezogen und mehrere Tage unter Bücher- bzw. Bretterstapel gepresst. Beim Erstellen der Karten und Umschläge verflog meine Begeisterung vollends, beim Falten der Umschläge sind zum Teil die Kanten gebrochen. Für die Karten klebte ich das Kleisterpapier auf 160 g Papier, die fertigen Karten sind nun viel zu dick, für den Postversand sind sie nur bedingt geeignet. Lange habe ich mit mir gehadert, ob ich diese Sets überhaupt verschicken soll, jedoch gefällt mir das Muster so gut, dass ich es dennoch gemacht habe.

Die zweiten Sets sind aus dem gleichen dicken Papier und mit der gleichen Technik wie die ersten Sets gemacht, der Unterschied sind die Farben und dass ich beim “Klecksen” keine Zwischenräume gelassen habe und alle Papiere zigmal übereinander gelegt und wieder auseinandergezogen habe.

Durch das quadratische Mini-Format (ca. 9,5 x 9,5 cm) und die Dreiecksfaltung wirken die Karten filigraner als das erste Set. Verschlossen habe ich die Karten mit einer Schnur und einem ausgestanzten Kreis, wenn man die Karten nicht mit der Post versendet, könnte man mit der Schnur die Umschläge verschließen und die Karten einfach offen lassen oder man verschließt beides durch einen aufgeklebten ausgestanzten Kreis.

Es folgten nun eine Menge Fehlschläge, ich “versaute” Papier in rauen Mengen, nichts wollte mehr gelingen. Mal rollten sich die Papiere stark, beim Versuch, sie glatt zu Bügeln platzte die Farbe ab. Dann nahm ich Zeichenblockpapier, ein totaler Reinfall. Das Papier warf beim Kleistern Falten. Heute weiß ich, dass es mein Fehler war, denn ich hatte die Papiere von der Rückseite nass bestrichen und so das Papier vor dem Bekleistern aufgeweicht.

Nun bestellte ich bei Gerstäcker das Universalpapier Nr. 5 (unbezahlte WERBUNG) und startete neue Versuche mit denen ich zufrieden bin. Für die gelben Minis, bestrich ich die Papierbögen zunächst mit Kleister, nach dem Trocknen pinselte ich eine dünne Schicht gelb eingefärbten Kleister auf, nachdem dieser getrocknet war, pinselte ich eine zweite Schicht etwas dunkler gelb gefärbten Kleister darüber, dann drückte ich mit dem Daumenballen das Muster ein, es erinnert mich an Seerosen und ist mein persönliches Lieblingsmuster.

EPSON MFP image

Aus dem gelben Papier faltete ich Mini-Umschläge (ca. 7,5 x 7,5 cm) und klebte einen als Leporello gefalteten Papierstreifen ein, verschlossen werden die Minis durch einen aufgenähten Knopf und einen Faden. Ursprünglich wollte ich meinen Gruß ins Leporello schreiben, doch dann entschied ich mich ein separates Zettelchen zu nehmen, damit meine Gruppenmitglieder dieses Kärtchen ebenfalls verwenden können.

Bei Gerstaecker (schon wieder unbezahlte Werbung) hatte ich mir auch Stempelschnitzgummi und Linolschnittmesser bestellt und die ersten drei Stempel meines Lebens geschnitzt. Diese kamen bei den nächsten Papieren zum Einsatz.

Erst kleisterte ich das Papier ein, nach dem Trocknen ging ich nochmals mit farblosem Kleister drüber und in diesen feuchten Kleister pinselte ich heidelbeereisfarbene Zeichentusche (gemischt aus blau und magenta) wellenförmig darüber, auch disese Schicht lies ich Trocknen. Es folgte eine zweite wellenförmige Heidelbeereisfarbene-Kleister-Tusche-Schicht und dahinein stempelte ich mit meinem Blümchenstempel.

Ich faltete Umschläge und klebte Karten mit meinen Heidelbeereis-Blümchen. Es sah stinklangweilig aus, wie aufgeklebtes Geschenkpapier. Plötzlich kam mir der Geistesblitz, inspiriert durch die Adventspost von Blauvogelfeder erstellte ich Collagen aus ausgestanzten Kreisen, die Collagen klebte ich auf die zweite Seite der Klappkarten. Für das “Kreispapier” habe ich alte Buchseiten (Bücherflohmarkt) zu Kleisterpapier verarbeitet.

Bei diesen Karten war ursprünglich nur die bunte Seite geplant. Hierfür hatte ich das Papier mit rosanen, hellgrünen und hellblauen Kleister bestrichen, trocknen lassen, dann den Kleister mit weißer Acrylfarbe gefärbt und alles weiß überstrichen und dann mit Ast, Blümchen und Blatt das Motiv rausgestempelt. Man sah gar nichts. Nothing. Nach dem Trocknen überstrich ich alles mit blauer Kleisterfarbe und versuchte nochmals die Motive rauszustempeln, es ging wieder sehr schlecht und ich war enttäuscht. Allerdings wurde ich am nächsten Morgen überrascht: Nach dem vollständigen Trocknen waren die Motive plötzlich doch gut sichtbar.

Zwischenzeitlich hatte ich jedoch bereits weitere Stempelversuche mit zartblauer Farbe gemacht. Die grünen Kuverts habe ich vergessen deutlicher zu fotografieren, sie sind aus 80 g Skizzenpapier gemacht, das wäre für mich im Nachhinein das beste Papier für Umschläge gewesen. Das Muster auf den Umschlägen ist mit einer Rolle für Plätzchen / Fondant gemacht.

Vielen Dank an Tabea und Michaela vom Postkunstwerkblog für die Idee und das Organisieren der Frühlingspost 2019, ohne Euch hätte ich nie so viel Neues ausprobiert, meinem inneren Kritiker in die Schranken gewiesen und statt dessen die Kreativität in mir erweckt.

verlinkt zur
Frühlingspost 2019 auf dem Postkunstwerkblog

und zum Monatsmotto März: “Den Frühling begrüßen” bei der Zitronenfalterin
und zum Samstagsplausch bei Karminrot

Frühlingspost_1

In den letzten Wochen war ich kaum online, da ich im „Kreativ-Rausch“ bin. Es ist so als sei ein Schalter umgelegt worden, ich probiere alle möglichen Techniken aus, entwickle Ideen, verwerfe sie wieder und probiere etwas Neues aus. Ich habe meine ersten Stempel geschnitzt und damit schon einiges gestempelt, das Foto zeigt nur die ersten Versuche mit dem Bürostempelkissen.

Zum ersten Mal mache ich bei der Frühlingspost mit, in diesem Jahr ist das Thema: „Brieffreundschaft / Kleisterpapier. Jede Teilnehmerin erstellt in Kleisterpapiertechnik pastellfarbene Klappkarten und passende Umschläge, versendet jeweils 3 sets an 8 andere Teilnehmerinnen und erhält von Ihnen insgesamt wieder 24 Briefsets, genaueres dazu kann man auf dem Post-Kunstwerk-Blog nachlesen.

Ich kleistere und kleistere und kleistere, jede Papiersorte verhält sich anders, manche Papiere rollen sich so stark, dass ich sie weder beim über eine Tischkante ziehen noch durch Bügeln und Pressen glattbekommen habe. Andere Papiere sind ganz zahm. Ich finde das Kreieren von immer neuen Mustern und das Farbe mischen sehr spannend und probiere und probiere. Es gibt viele Fehlschläge, ich höre die Mahner meiner Kindheit: “Einen Haufen Papier versaut!!!!”

“Wo schlafen wir”, fragte der Gefährte , als ich sogar auf meinem Bett Kleisterpapiere zum Trocknen ausgelegt hatte, das Küchen-Atelier war zu dem Zeitpunkt nicht mehr betretbar und der Eßtisch im Wohnzimmer ebenfalls mit Papieren belegt, an jenem Tag durfte mein 17jähriger Sohn Fertigpizza in seinem Zimmer vor dem PC essen, das ist sonst ein NO-GO, sowohl die Fertigpizza als auch Essen vor dem PC.

verlinkt zum
Samstagsplausch bei Karminrot

gewebte Karos aus Papier

Erst einmal bedanke ich mich für die Genesungswünsche. Ich bin vergangene Woche umgeknickt, nicht in Wald und Feld, wo ich ständig unterwegs bin, sondern bin beim Betreten des Hauses auf der Fußmatte umgeknickt. Am Donnerstag wurde eine Bänderdehnung diagnostiziert, ich nehme Schmerzmittel, der Knöchel wird mit Salbe behandelt, ich trage eine Aircast-Schiene, darf den Fuß nicht belasten, laufe also mit Gehhilfen. Das Dumme ist, dass im Juni 2018 mit dem gleichen Fuß schon einmal umgeknickt bin und die Gefahr besteht, dass das Gelenk nun dauerhaft instabil wird.


Im Herbst 2016 habe ich Gelliprints auf kyrillischen bedruckten Buchseiten gemacht, schon damals schnitt ich jeweils eine helle und eine dunkel eingefärbte Buchseite in ca. 0,7 cm schmale Streifen und verwebte sie miteinander.

Nachdem ich ein ca. handtellergroßes gestreiftes Quadrat gewebt hatte, verließ mich die Muße und ich legte den “Papierteppich” zur Seite. Vor ein paar Tagen fiel mir diese Werkelei wieder in die Hände und ich webte weiter, bis das Qudrat ca. 20 x 20 cm groß war, was ich dann damit gemacht habe, bleibt vorerst noch geheim.

Von hinten sieht man die kyrillische Schrift.

Aus den restlichen Papierstreifen habe ich Karos gewebt, das Material reichte noch für ein ca. 8 x 8 cm großes Quadrat, auch dessen Weiterverwendung zeige ich in Kürze.

Ob Streifen oder Karos bei der Weberei entstehen entscheidet sich so:
linkes Bild: Waagerecht werden nur dunkle und senkrecht nur helle Papierstreifen verwebt, es entstehen Karos.
rechtes Bild: Sowohl waagerecht als auch senkrecht werden die Papierstreifen stets abwechselt hell, dunkel, hell, dunkel verwebt, es entsteht ein Streifenmuster.

verlinkt zur Papierliebe am Montag, Thema Karos


Weihnachtsbaum im schlichten skandinavischen Design

Vorsichtshalber kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung, da es um einen Nachbau eines skandinavischen Herstellers handelt.

„Womit kann ich Dir zu Deinem Geburtstag eine Freude machen?“, fragte der Gefährte.
 „Darf ich mir auch eine Schreinerarbeit wünschen?“, antwortete ich, dazu muss man wissen, dass der Gefährte Anfang des Jahrtausends eine Schreinerausbildung gemacht hat, jedoch bisher nicht in diesem Beruf gearbeitet hat.
 „Um welche Schreinerarbeit geht es denn?“
„Ich habe kürzlich einen schlichten skandinavischen Designer Weihnachtsbaum aus Holz gesehen, der mir super gut gefällt.“

Nachdem ich dem Gefährten das Objekt meiner Begierde im Internet gezeigt hatte, überlegte er kurz und antwortete dann: „Hast Du noch den kaputten Lattenrost Deines Sohnes?, falls ja könnte ich die Holzlatten verwenden, das würde jede Menge Arbeit sparen.“

Sogleich holte ich die Holzlatten aus dem Keller, zusammen überlegten, rechneten und tüftelten wir, besorgten im Baumarkt einen Rundholzstab sowie Holzdübel und der Gefährte nahm alle Materialien mit zu sich nach Hause.

An meinem Geburtstag, der auf den 2. Adventssonntag gefallen war, überreichte mir der Gefährte den fertigen Weihnachtsbaum mit den Worten: „Nur ein Schreiner kann eine Frau glücklich machen“.

Ich war total überwältigt, der nachgebaute Designer Weihnachtsbaum, gefällt mir noch besser als das Original, denn das hat als Spitze eine Kugel, der Gefährte hat stattdessen aus vorhandenen Holzresten einen Stern angefertigt.

Dekoriert hattee ich meinen Weihnachtsbaum ganz schlicht, so wie ich es derzeit mag:
Aus Kiefernzweigen wand ich  unregelmäßige Herzen, die Wachskerzen zündete ich aus Brandschutzgründen nicht an.
Das Wichtelmädchen sah ich am Freitag vor Heilig Abend zufällig im Schaufenster eines kleinen Ladens in der Innenstadt sitzen.

Holzkugeln mit Garn zu umwickeln, ist keine Idee von mir, gesehen habe ich das  auf dem Blog bildschönesdesign und danke Julia für die Inspiration.

Bei Einbruch der Dunkelheit stellte ich LED-Teelichte auf die Holzlatten und den Baum beleuchtete den Baum damit.

Inzwischen habe ich den Up-cycling-Weihnachtsbaum längst wieder abgebaut, der Gefährte hat den immerwährenden Baum so konstruiert, dass er sich ganz leicht in seine Einzelteile zerlegen und platzsparend verstauen lässt.

verlinkt zu:
Creadienstag

Dings vom Dienstag
Handmade on Tuesday
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