Kategorie-Archiv: Natur und Umwelt

Kirschblüte

Bei hochsommerlichen Temperaturen sind wir durch  die Kirschplantagen der Fränkischen Schweiz gewandert, eines der größten Anbaugebiete für Süßkirschen in Deutschland, es wachsen hier ca. 200.000 Kirschbäume auf 2.500 Hektar Anbaufläche.
Bei der Blütenpracht geht mir das Herz auf und ich kann die Japaner so gut verstehen, dass sie die Kirschblüte euphorisch feiern.

Nun hoffe ich, dass das gute Wetter  anhält und die Bienen Zeit haben alle Blüten zu bestäuben. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr gab es mitten in der Blütezeit noch einmal Frost und es kam teilweise zu Totalausfällen in der Obst- und Beerenernte.
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Bunt ist die Welt, heutiges Thema: Frühling
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Mein Freund, der Baum bei Jahreszeitenbriefe
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NiWiBo sucht  Frühlingsgrüße

Hammelberg

Gestern wanderten wir auf dem Hammelberg bei Hammelburg und entdeckten dort die ersten Küchenschellen des Jahres. Küchenschellen kommen nur  in wenigen Gebieten Deutschlands vor, in den Alpen fehlen sie ganz.  Auf Flächen, die nicht beweidet werden, ersticken kräftigere Stauden, Gräser und Gebüsch die zierliche Pflanzen, die nur auf Kalkmagerrasen gedeihen. Küchenschellen stehen unter strengem Naturschutz und dürfen weder gepflückt, noch ausgegraben werden.
Die behaarten äußeren Blütenblätter gleichen Vogelfedern (zufällig lag rechts neben den Küchenschellen eine), damit schützen sich die Pflanzen vor Kälte und Wasserverdunstung. Küchenschellen liefern reichlich Pollen und Nektar, jedoch ist es momentan für die Bienen noch zu kalt um auszufliegen.Am Wochenende hat es bei uns nochmals kräftig geschneit, im Wald und in schattigen Lagen so wie am Weinberg gegenüber, liegt noch Schnee.
Durch den Wegebau wurden die Kalkgesteinsschichten freigelegt.Die Weinstöcke sind bereits zurückgeschnitten, je nach Sorte lässt man nur einen oder zwei Triebe stehen, an dem später die Weintrauben reifen.Ein Mysterium am Hammelberg sind die “Geheimnisvollen Figuren”. Bis heute weiß niemand  welcher Künstler/in die ca. 160 cm hohen Betonskulpturen vor knapp 20 Jahren aufgestellt hat.
Von dieser Stelle springen bei entsprechender Thermik Gleitsegler vom Hammbelberg hinab ins Saaletal, welches von den über 50 Parbabolantennen der Erdfunkstelle Fuchsstadt dominiert wird. Anfang der 80ziger Jahre wurde die Erdfunkstelle von der Telekom gebaut, heute wird sie von einer US-Firma betrieben. Die beiden größten Antennen haben einen Durchmesser von 32 Metern, 25 weitere Antennen haben einen Durchmesser von über 9 Metern. Die Erdfunkstelle Fuchsstadt ist eine der größten Satelliten-Kommunikationsanlagen der Welt. Kontroverse Diskussionen gibt es immer wieder wegen der mutmaßlichen Strahlenbelastung im direkten Umfeld der Anlage, bis heute liegt kein neutrales Gutachten vor.verlinkt zum
Naturdonnerstag bei Jahreszeitenbriefe

Naturwaldreservat Lösershag

Naturwaldreservate sind Wälder, die sich in einem weitgehend naturnahen Zustand befinden. Die natürliche Waldentwicklung läuft hier ungestört ab. Im Lauf der Zeit entstehen Urwälder mit starken Bäumen und viel Totholz.  Wir erwanderten am Sonntag bei frühlingshaften Temperaturen das Naturwaldreservat Lösershag in der Bayerischen Rhön, es liegt in den “Schwarzen Bergen” bei Wildflecken/Oberbach und ist das älteste Naturschutzgebiet der Rhön.Der Boden des Reservats wird von einem Blockschuttfeld aus Basalt geprägt. Dieser Basalt geht auf Vulkanausbrüche vor rund 20  Millionen Jahren zurück. Während der Feinboden durch Erosion immer wieder abgewaschen wird, ist der Blockschutt seit Jahrtausenden erhalten geblieben. Im Gipfelbereich wächst auf blocküberlagerten Böden der klassische Blockschuttwald aus  Esche, Bergulme, Sommerlinde, Bergahorn und Spitzahorn. Der Großteil dieser Bäume ist 160 – 200 Jahre alt.Ansonsten bestimmt die Buche am Lösershag das Waldbild. Zu unserem Bedauern waren im gesamten Wald noch keine Märzenbecher zu entdecken, bei dem rauen Klima der Rhön brauchen die Frühblüher noch etwas Zeit.
Stehendes und liegendes Totholz ist ökologisch äußerst wertvoll, denn es  bietet einer Vielzahl von Käfern, Pilzen und Kleinstlebewesen Lebensraum.Seit über 50 Jahren bleibt der Wald am Lösershag sich selbst überlassen, das Betreten des Reservats erfolgt auf eigene Gefahr, es ist immer umstürzenden Bäumen, abbrechenden Ästen, querliegenden Stämmen und Basaltblöcken zu rechnen.
Teilweise war der Aufstieg bis zum 765 m hohen Gipfel ganz schön steil und wir rasteten einige Male um Luft zu holen,  Fernsicht und Rucksackverpflegung zu genießen.
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Naturdonnerstag bei Jahreszeitenbriefe

Wacholder

“Wie heißen die schwarzen Dinger, die Oma überall ins Essen reingetan hat?”, fragte unlängst einer meiner Söhne. “Wacholderbeeren”, antwortete ich. Die Schwiegermutter kochte fränkisch und da kommen ins Sauerkraut, ins Blaukraut, in die Rinderkraftbrühe, in die Sauerbratensauce oder auch in die eingemachten Gurken reichlich Wacholderbeeren, für meinen Geschmack oftmals zu viele.  Wacholdersträucher und Bäume gehören zu den Zypressengewächsen, sie gedeihen auf Trockenrasen. Botanisch gesehen sind die erbsengroßen, runden Wacholderbeeren keine Beeren sondern weibliche Zapfen, die im ersten Jahr nach der Befruchtung grün und im zweiten Jahr blaugrau bis schwarzbraun reifen. Nach der Ernte ab August bis November können die Beerenzapfen nicht nur als Gewürz , sondern auch als Tee verwendet werden.  Wacholderöl wird zum Inhalieren  und in der Sauna als Aufguss genommen. Aus dem Destillat werden Spirituosen hergestellt, beispielsweise Wacholderschnaps oder auch Gin.Wir wanderten an einem sonnigen Tag Ende Januar durch die Wacholderweide im Naturschutzgebiet auf dem Gelände des ehemaligen US-Army-Flugplatzes Bad Kissingen, dort ist das Pflücken der Früchte verboten. Außerhalb von Naturschutzgebieten darf man Wacholderbeeren in haushaltsüblichen Mengen sammeln, man sollte dabei jedoch unbedingt Handschuhe tragen, da die Nadeln der Sträucher sehr spitz sind und stechen.
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Naturdonnerstag
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Mein Freund, der Baum

Schneemänner

Bei uns in der Stadt blieb der Schnee in diesem Winter an keinem einzigen Tag liegen, doch nur ein paar Autominuten entfernt und ein paar Höhenmeter mehr, entdeckten wir mitten im Wald diese niedliche Schneemannfamilie. Vater Schneemann und Mutter Schneemann lugen fröhlich unter den Kiefernzweigen hervor, während die beiden Schneemannkinder etwas abgemagert aussehen.
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Strandspaziergang

“Manchmal muss man einfach weg, egal wohin, Hauptsache ans Meer!”Wir hatten vergangene Woche keine Lust auf “Helau”, sondern auf “Moin, Moin”  und sind spontan für ein paar Tage an die Nordsee gefahren,  belohnt wurden wir mit fanatischem Wetter. Dick eingemummelt sind wir jeden Tag vom späten Vormittag bis zum Sonnenuntergang am menschenleeren Strand spazieren gelaufen.
Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich lebende Seesterne gesehen, witzig sah es aus, wie sich die Seesterne bewegten und dabei Spuren im Sand hinterließen. Schon von weitem sahen wir ein großes Ding, doch  erst als wir näher dran waren,
erkannten wir, dass es eine riesige Boje war.

Jetzt weiß ich auch, dass das die Schale eines Herzigels ist.Und immer wieder packte ich die Kamera aus, weil mich etwas zum Fotografieren reizte,
zum Beispiel die Lichtreflexe im Sand oder
eine Reiterin. Wo genau wir Meer, Wind und Weite genossen haben verrate ich in den nächsten Tagen.

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Bienen, Pusteblumen, Schaukel

Seit einigen Wochen schaue ich einem Imker beim Arbeiten regelmäßig über die Schulter.
Bevor der Imker den Bienenstock öffnet, zündet er den Smoker an, die Bienen fühlen sich durch den Rauch bedroht, sie bereiten sich für die Flucht aus dem Bienenstock vor, sie beginnen ihre Honigmägen zu füllen und sind dadurch so abgelenkt, dass sie die imkerlichen Arbeiten nur vermindert wahrnehmen.
Mir ist immer ein wenig mulmig ungeschützt neben dem Imker zu stehen, gestochen wurde ich bislang nicht.Viel entspannender ist es den Bienen beim Trinken aus dem Wasserfass zuzuschauen odergegen Pusteblumen zu blasen.
Die Besuche im verwunschenen Garten erden mich und sind jedes Mal wie ein kleiner Urlaub.
Besonders gefreut hat es mich, dass ich meine Schaukel an der großen Birke aufhängen durfte, beim Schaukeln fühle ich mich frei und unbeschwert wie ein Kind.verlinkt zu:
Gartenglück
Samstagsplausch
Wochenglück

Raps und Sauerklee

Im Mai finden Honigbienen auf den herrlich gelb blühenden Rapsfeldern reichlich Nektar und Pollen. Problematisch für die Bienen ist jedoch der Einsatz von Spritzmitteln, es sind zum Teil immer noch Neonicotinoide zugelassen, diese schädigen den Orientierungssinn der Bienen,  so dass sie nicht mehr als Honigsammlerinnen arbeiten können und im schlimmsten Fall sterben.
Eines der schönsten Frühlingsgrüns ist für mich das Grün des Sauerklees, zu finden ist er an Flussläufen und im schattigen Wald.
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bunt ist die Welt: Thema Maigrün

Blumen vom Saaleufer

Seit dem letzten Sommer verbringe ich viel Zeit an der Fränkischen Saale, an dieser Stelle spiegeln sich Bäume und Häuser im stillen Wasser, die Spiegelung  erweckt in mir die Illusion, es läge ein Werk von Monet  zu meinen Füssen.

Nur ein paar Schritte weiter sprudelt das Wasser fröhlich vor sich hin.
Die Fränkische Saale ist so vielfältig, manchmal ist sie ganz flach, dann wieder ist das Wasser tief genug zum Schwimmen, dabei darf man allerdings die Strömung nicht unterschätzen und sollte immer zu zweit an, da es teilweise sehr schwierig ist die Uferböschung hoch zu klettern. Es gibt eine Stelle an der ist sogar Surfen möglich. Toll ist eine Fahrt im Schlauchboot oder Kanu und besonders romantisch finde ich Lagerfeuer am Flußufer.
Picknick am Fluss: Die ersten Erdbeeren (aus Spanien) und selbst gebackener Zimtkuchen.Nach dem Picknick pflückte ich auf der Wiese weiße Blümchen (Knöllchen-Steinbrech) und wand sie an Ort zu Stelle zu einem Kränzchen.Ein paar lila Blümchen (Taubnesseln) nahm ich mit nach Hause.Eines meiner Nordseebilder hängt über dem alten Vertiko.

verlinkt:
Spiegelungen zu Weekendreflection
Blumen zu Flower-Friday

Schachblume

Bei schönstem Frühlingswetter wanderten wir am Karfreitag durch die Naturschutzgebiete im hessisch-bayerischen Sinngrund. Die Feuchtwiesen entlang dem Flüsschen  Sinn bieten ideale Lebensbedingen für die seltene Schachblume.
Der Anblick der violetten Schönheiten hat uns verzaubert.

Der unermüdlichen Arbeit von Naturschützern ist es zu verdanken, dass der Spessart das größte zusammenhängende Schachblumengebiet Deutschlands beheimatet.